HOB-Treffen sind eine echte Herausforderung!
Ein Treffen zu organisieren klingt einfach. Ist es aber nicht – zumindest nicht für uns.
Einmal im Monat kommen schwerhörige Menschen aus ganz Ostbelgien in Eupen zusammen. Sie sind Träger von Power-Hörgeräten oder von Cochlea Implantaten.
Gehörlose sind nicht dabei. Nicht aus Ausgrenzung, sondern schlicht, weil wir ihre Sprache nicht sprechen. Sie kommunizieren mittels Handzeichen.
Eine Kommunikation ohne Kenntnis ihrer Sprache ist also schwer. Durch ihre eigene Kultur haben sie auch eigene Anliegen – das verdient eine gesonderte Plattform.
Aber auch innerhalb unserer eigenen Gruppe ist niemand wie der andere. Wer mit starkem Hörverlust und Power-Hörgeräten durch den Alltag geht, kämpft mit anderen Hürden als jemand mit leichtem Hörverlust und perfekt eingestellten Geräten. Der CI-Träger wiederrum hat auch spezifische Anliegen, die der Hörgeräteträger so nicht kennt.
Dazu kommen die Menschen die taubblind sind (Usher-Kankheit), diejenigen mit Tinnitus, die einseitig Hörgeschädigten, …kurz: die Liste ist lang! Eine kleine ehrenamtlich geführte Vereinigung kann unmöglich allen gerecht werden.
Schon die Suche nach einem geselligen Treffpunkt ist ein Krafftakt: gute Akustik, dazu noch eine gemütliche Atmossphäre für den Austausch – das findet man nicht an jeder Ecke.
Und dann bleiben da die vielen unerfüllbaren Wünsche: ein gemeinsamer Kinoabend mit der Familie, der Besuch eines Theaterstücks, die barrierefreie Kommunikation mit den Behörden: klingt alles selbstverständlich – ist es aber nicht.
Und unser grosser Wunsch als Vereinigung: mindestens ein Raum mit fest installierter Höranlage. Die Kosten dafür sind überschaubar. Trotzdem sind wir bisher mit unseren Anfragen bei den zuständigen Stellen immer wieder abgeblitzt.
Das Fazit ist bitter: Hörverlust wird nicht ernst genommen – solange man nicht selbst betroffen ist. In Ostbelgien bleibt noch viel zu tun.