Was kann ein Hörgerät – was kann es nicht?

Bild Mark-Paton (Pexel)
Bild Mark-Paton (Pexel)

Man kann ein Hörgerät auch schlicht einen „Verstärker“ nennen. Es verstärkt genau diejenigen Töne, die schwerhörige Menschen nicht mehr gut hören können, während es die übrigen, noch gut wahrnehmbaren Töne unangetastet lässt.
Sehr hohe, spitze Töne können die meisten Geräte allerdings nicht verstärken. In diesem Fall kann der Akustiker das Gerät so einstellen, dass diese hohen Töne in einen anderen Bereich des Tonspektrums verschoben werden, – dorthin, wo noch gut gehört wird.

Beim Einstellen des Hörgeräts sucht der Akustiker außerdem die richtige Balance zwischen Sprachverständlichkeit und Klangqualität.

Premiumgeräte (ab etwa 3.000 Euro pro Ohr) bieten meist zusätzliche Funktionen : Sie können störende Geräusche reduzieren,verfügen über besonders leistungsfähige Richtmikrofone, die sich automatisch auf die sprechende Person ausrichten, oder passen sich „lernend“ an die gewohnte Hörsituation ihres Trägers an.

Doch selbst das beste Hörgerät kann das Ohr nicht heilen oder reparieren. Töne, die durch einfache Verstärkung oder die erwähnte Frequenzverschiebung in andere Bereiche wieder hörbar werden, klingen anders als zuvor. Das Gehirn muss sie neu erlernen- und das fällt umso schwerer, je länger die vorherige Höreinschränkung bestanden hat. Das Hörgerät überträgt also nur einen Teil der Töne originalgetreu.

Deshalb braucht es etwas Gewöhnung an das neue Hören. Das Gehirn lernt: Dieser veränderte Klang ist zum Beispiel ein „S“. Das kann Wochen, manchmal Monate dauern – aber mit etwas Geduld klappt es.